Warum es Senfbrot gibt

Plattform „Lebensmittel wertschätzen“ listet auch Initiativen aus Bayern auf

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Foto: ©depositphotos.com/@lightsource

Mit der Plattform www.lebensmittelwertschaetzen.de haben „Lebensretter“ aus ganz Deutschland die Chance, sich bundesweit zu vernetzen. Auch die Initiative Foodsharing, die in Würzburg eine Ortsgruppe hat, ist gelistet.

„Dass es diese Plattform gibt, ist sehr gut, denn man kann nicht oft genug auf den Missstand hinweisen, dass immer noch viel zu viele genießbare Lebensmittel weggeworfen werden“, erklärt Waldemar Huber, Würzburger Foodsharing-Botschafter. Die neue Plattform versammelt Anregungen, Projekte und Kontakte zu Initiativen gegen Lebensmittelverschwendung. „Ein solcher Überblick ist hilfreich“, so Huber.

Ein wenig problematisch findet er allerdings, dass die Angaben nicht auf den jeweils neuesten Stand gebracht werden. So stimmen die Foodsharing-Zahlen auf der Plattform nicht mehr mit den aktuellen Zahlen überein. „Doch gerade im Vergleich können die neuen Zahlen beeindrucken“, so Huber.

Die Plattform informiert darüber, dass Foodsharing bisher rund 3,7 Millionen Kilogramm Lebensmittel gerettet hat: „Inzwischen sind es jedoch bundesweit bereits fast 11,7 Millionen Kilo.“ Auch die Zahl der Foodsaver hat sich laut Huber mehr als verdoppelt: Statt der angegeben 14.000 Lebensmittelretter seien inzwischen 31.000 Foodsaver aktiv.

„Bei uns in Würzburg haben es die rund 50 Aktiven geschafft, dass wir schon über 42 Tonnen Lebensmittel von 21 Betrieben gerettet haben“, erklärt Huber. Die Plattform listet nicht nur gesellschaftliche Aktivitäten gegen Lebensmittelverschwendung wie jene von Foodsharing auf. Dargestellt wird auch, was bereits in der Produktion geschehen kann, um Lebensmittelabfälle zu vermeiden.

In Bayern ist hier die Münchner Kindl Senf GmbH vorbildlich. Gemeinsam mit verschiedenen Bio-Bäckereien verarbeitet sie überschüssige Senfschalen zu Senfbrot. Von den monatlich 1.000 Kilogramm Senfschalen, die früher weggeworfen werden mussten, werden aktuell rund 100 Kilogramm verarbeitet.

Die Plattform zeigt weiter, dass auch der Handel gegen Lebensmittelverschwendung aktiv werden kann. Hier gibt es ebenfalls ein vorbildliches Projekt aus Bayern: Die Initiative „einzigArtig“ des oberbayerischen Unternehmens Ökoring Handels GmbH.

Durch „einzigArtig“ wird individuell gewachsenes Gemüse, das in Bezug auf Mindestgewicht, Farbe, Größe und Form nicht den EU-Normen entspricht und deshalb normalerweise auf dem Kompost landet, im Naturkostfachhandel verkauft. Zwischen Februar bis September 2016 wurden auf diese Weise 14 Tonnen Gemüse gerettet.

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