Mit Hilfe nach Hause

„Entlassmanagement“

0

Foto: ©depositphotos.com/@Wavebreakmedia

Wer aus der Klinik entlassen wird, soll im Anschluss nahtlos versorgt werden. So will es ein neues Gesetz, das seit Oktober 2017 greift. Benötigt der Patient Hilfe beim Übergang in den ambulanten Bereich, tritt das „Entlassmanagement“ einer Klinik auf den Plan.

In Absprache mit der Krankenkasse organisiert die Klinik Behandlungen und Hilfen für die Zeit nach dem Krankenhaus. Auch wird der Transport nach Hause oder in eine Reha-Klinik organisiert.

An der Würzburger Uni-Klinik ist Doris Eyrich für das Entlassmanagement verantwortlich. Was sie konkret tut, erläutert die Krankenschwester und Pflegeberaterin am Beispiel einer betagten Dame, die sich den rechten Oberarm gebrochen hat. Die Tochter lebt ein ganzes Stück entfernt und kann sich nicht um ihre Mutter kümmern. Eine Woche lang wird die Patientin in der UniKlinik behandelt.

„Schon am Aufnahmetag wissen wir, dass diese Patientin bei uns ist“, so Eyrich. Nach dem Eingriff, der am dritten Tag ihres Klinikaufenthalts erfolgte, erhält die Seniorin Besuch vom klinikinternen Sozialdienst.

„Wie haben Sie sich denn bisher versorgt?“ Mit dieser Frage kommt Eyrich mit der Patientin ins Gespräch. Danach versucht die Pflegerin, herauszufinden, unter welchen Einschränkungen die Patientin leidet. Was kann sie nach wie vor selbstständig und ohne größere Probleme tun? Was ist ihr im Moment nicht möglich? „Ganz wichtig für die Entscheidung, ob jemand nach Haus entlassen werden kann oder eventuell in die Kurzzeitpflege eines Heimes gehen muss, ist die Mobilität des Patienten“, so Eyrich.

Die alte Dame zum Beispiel kann noch eigenständig aus dem Bett aufstehen. Auch ist es ihr möglich, die Toilette und das Badezimmer selbst aufzusuchen. Kochen allerdings wird mit dem Arm im Gips schwierig.

„Gibt es denn eine Nachbarin, bei der sie mitessen können?“, fragt Eyrich. Die Seniorin schüttelt den Kopf: „Leider nicht.“ Eyrich erklärt der Patientin, dass es von verschiedenen Anbietern in der Region einen Menüservice gibt. Das findet die Patientin interessant. Eyrich verspricht, den Kontakt zu vermitteln.

Für die tägliche Körperpflege benötigt die Patientin außerdem in den kommenden Wochen einen Pflegedienst. „Haben Sie einen besonderen Wunsch, welcher Dienst dies übernehmen soll?“, fragt Eyrich. Die Seniorin erklärt, dass zu einer Nachbarin in ihrem Haus bereits ein Pflegedienst kommt. Das wäre natürlich ideal, wenn er sie mitversorgen könnte! Eyrich beantragt daraufhin über die Krankenkasse eine häusliche Krankenpflege.

„Wir lassen die Patienten immer erst dann nach Hause, wenn wir wissen, dass sie dort versorgt werden“, betont sie. Ist es nicht möglich, sofort einen Pflegedienst zu organisieren, bleibt die Patientin weiter in der Klinik.

Bei Patienten, die aus Würzburg kommen, ist dies allerdings nur sehr selten der Fall. Denn das Versorgungsnetz ist relativ dicht. Eyrich: „Doch bei Patienten, die aus einer ländlichen Region stammen, kann das durchaus passieren.“

Teile.