Geschenk der Natur

Heilpraktiker Bernhard Späth über uraltes Wissen und Myrrhe

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Seit der Antike gilt Myrrhe als Aphrodisiakum. Die alten Ägypter nutzten das Harz vor 3000 Jahren zur Einbalsamierung ihrer Toten. Und auch heute empfehlen Heilpraktiker Myrrhe wegen ihrer antientzündlichen Wirkung.
Foto: ©depositphotos.com/@bdspn74

„Das Myrrhenharz gehört zu den ältesten Duft- und Heilmitteln der Menschheit. Der Grund, warum Myrrhe zu den Geschenken, neben Weihrauch und Gold, für das Jesuskind gehörte“, weiß Heilpraktiker Bernhard Späth.

„Unsere Vorfahren kannten die desinfizierende und wundheilende Wirkung des ätherischen Öles im Harz.“

Myrrhe ist das Harz des bis zu drei Meter hohen, gleichnamigen Baumes, der zu den Balsamgewächsen gehört und in Somalia (Ostafrika) und Arabien wächst. Das Harz wird durch Einschnitte in den Stamm gewonnen, wird aber auch ohne äußere Verletzungen zum Schutze des Baumes zum Beispiel vor Insekten abgesondert.

Myrrhe enthält Gerb- und Bitterstoffe. Die Heilpflanze mit „biblischer Tradition“ hat zahlreiche Einsatzgebiete für die Gesundheit. Nach Ansicht von Späth lohnt es sich, diesem uralten Wissen wieder mehr Aufmerksamkeit zu schenken.

„Naturheilkundige setzen heute die Myrrhe ein, um Infektionen durch Viren, Bakterien und Pilze, vornehmlich im Mund- und Rachenbereich zu verhindern respektive, wenn eine Entzündung sich dort ausgebreitet hat, mit einer Myrrhentinktur zu behandeln“, sagt der Fachmann mit Naturheilpraxis in Lohr am Main.

Diese würde entweder verdünnt zum Gurgeln verwendet oder unverdünnt bei kleineren Entzündungsherden eingepinselt. So würden die entsprechenden Inhaltsstoffe des Harzes an Ort und Stelle wirken. Typische Beschwerdebilder seien ihm zufolge Rachen- und Mundschleimhautentzündungen, Mandelentzündung, Zahnfleischentzündung, Schluckbeschwerden und Halsweh. Ferner lasse sich die Tinktur bei leichteren Verletzungen der Haut, kleinen Wunden und Schürfwunden einsetzen. Die Tinktur helfe auch, wenn es durch das Tragen von Prothesen zu Druckstellen gekommen sei.

„Wissenschaftlich erforscht wurde auch die lindernde Wirkung der Myrrhe bei Darmkrämpfen, weshalb sie oft in Kombination mit Kaffeekohle und Kamille bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie die Colitis ulcerosa, Morbus Crohn und dem Reizdarm-Syndrom Anwendung findet“*, sagt das Mitglied im Fachverband Deutscher Heilpraktiker.

Späth schätzt zudem die hochantioxidative Wirkung der Myrrhe. Das bedeute, dass die Bildung freier Radikale (aggressive „Stoffwechselschädlinge“) vermindert werde. Ebenso interessant sei seines Erachtens die Bedeutung von Myrrhe in der Aromatherapie und als Räucherwerk.

„In der Aromatherapie verwendet man das ätherische Öl, das man durch Wasserdampfdestillation des Harzes gewinnt“, so der Heilpraktiker.

„In die Duftlampe gibt man drei bis vier Tropfen Myrrhenöl. Es hat eine stark reinigende Wirkung auf die Raumluft, während der milde Duft zur Meditation einlädt.“ Als Räucherwerk wiederum werde Myrrhe auf einer Holzkohle entweder alleine oder sehr beliebt als Räuchermischung mit dem Weihrauchharz zusammen verbrannt.

„Der würzige Myrrhenduft hat eine herbe-erdige Note. Er wirkt beruhigend, verlangsamend und verdichtend. Eine Myrrhenräucherung eignet sich, um den Geist zu beruhigen und uns eine Erdenfestigkeit zu verleihen.

*Quelle: Vissiennon C. et al., Chamomile flower, myrrh and coffee char- coal – components of a traditional herbal medicinal product – diminish pro-inflammatory activation in human macrophages; Posterpräsentation anlässlich des Phytokongress 2016, 4.-6. Juni 2016 in Bonn

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