Aufs Wesentliche reduziert

Ab dem 12. April eröffnet die Landesgartenschau Würzburg, Brotkrumen werden bereits jetzt ausgestreut und zwar in Bio

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Foto: Sandra Beckstein/Shuttle Design Studio

Was brauchen wir wirklich? Wie wollen wir leben und wie uns ernähren? Fragen, die sich jeder stellen muss. Doch auch für das Hublandgelände in seiner späteren Bestimmung hätten sie Relevanz, so LGS-Geschäftsführerin Claudia Knoll.

Das gut zwei Kilometer von der Innenstadt entfernte Gelände steht vom 12. April bis 7. Oktober unter dem Motto „Wo die Ideen wachsen“. Nach der Landesgartenschau soll es zu einem neuen Stadtteil werden.

Auf dem einstigen Kartoffelacker werden langfristig 4.500 Menschen Platz finden. Bereits jetzt werden für das, was da kommen mag, Brotkrumen ausgestreut und zwar in Bio-Qualität. Es gibt nämlich ein Landesgartenschau-Brot mit ökologischen Rohstoffen aus der Region.

Ernst Köhler, Inhaber und Geschäftsführer der Bio-Bäckereien „Köhlers Vollkornbäckerei“ experimentierte mehrere Monate, bis er und die Geschäftsführerin der LGS, Claudia Knoll, das endgültige LGS-Brot* mit Kartoffeln (14 Prozent), den Urgetreidesorten Emmer und Dinkel (jeweils 30 Prozent), Roggen (20 Prozent) sowie einem feinen Kräutermix in Händen hielten.

Warum diese Variante? Was viele nicht wissen, das jetzige Landesgartenschau-Gelände war Galgenberg, Stützpunkt der US-Streitkräfte, aber Mitte des 18. Jahrhunderts eben auch Kartoffelacker.

Foto: LGS Würzburg 2018

Kräuter dürfen bei einer Gartenschau natürlich nicht fehlen – so werden zum Beispiel Löwenzahn oder Schnittlauch verwendet. Und zu den Themen Kartoffeln und Urgetreide wird es auf der Landesgartenschau jeweils einen eigenen Beitrag geben. Das kräftige Vollkornbrot schmeckt in einfachen Kombinationen am besten. Butter und Salz, vielleicht auch etwas Kräuterquark – mehr braucht es nicht.

Ein Gedanke, den auch die Landesgartenschau aufgreift – und zwar nicht nur in Form des Streetfoodmarket, der für die Besucher gleichzeitig Hofladen, Probierstube und lebendiger Treffpunkt sein wird, sondern zum Beispiel auch, wenn es um neue Konzepte des Wohnens und des Zusammenlebens geht.

So gibt es in den „Zukunftsgärten“ unter anderem sogenannte Tiny Houses zu sehen. Kleine Wohnräume, die auf das Wesentliche reduziert, aber auch kombinierbar und portabel sind.

Konzentration auf das Wichtigste ist auch das Thema von Klein- und Kleinstgärten, die in den urbanen Raum Einzug halten und ebenfalls Thema auf der Landesgartenschau sind. Sie entstehen auf Verkehrsinseln, in Baulücken, auf Dächern und Balkonen. Und bieten mehr als nur bunte Blumenpracht.

Der „Entschleunigte Garten“ wiederum lädt Produzenten, Händler und Verbraucher an einen Tisch, der inmitten von Kräuterbeeten und Kohlrabifeldern steht – damit wir jetzt und auch künftig wissen, woher unsere Nahrung kommt.

Mit einem Teil der Einnahmen – 30 Cent pro Brot – wird das Landesgartenschau Kinder- und Familienfest am 26. August unterstützt. Das Kartoffel-Kräuter-Brot ist bis zum Ende der Landesgartenschau in denKöhlers-Filialen erhältlich, www.koehlers-vollkornbaeckerei.de und www.lgs2018-wuerzburg.de.

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