Alles, was der Seele gut tut: Krebs-Selbsthilfe-Tag am Uniklinikum Würzburg

Bei dem Informationstag am 10. Juni zeigen Fachleute vielfältige Wege zur Verarbeitung der Diagnose und zur Krankheitsbewältigung auf

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Der Krebs-Selbsthilfe-Tag „Alles, was der Seele gut tut“ am 10. Juni 2017 im Zentrum für Innere Medizin des Uniklinikums Würzburg thematisiert zahlreiche seelisch-psychologische Aspekte von Krebserkrankungen. Foto: CCC Mainfranken (diverse Quellen)

Am Samstag, den 10. Juni 2017, stellt das das am Uniklinikum Würzburg angesiedelte Comprehensive Cancer Center Mainfranken gemeinsam mit der Frauenselbsthilfe nach Krebs die seelisch-psychologischen Aspekte von Krebserkrankungen in den Mittelpunkt: Bei einem Informationstag zeigen Fachleute vielfältige Wege zur Verarbeitung der Diagnose und zur Krankheitsbewältigung auf.

„Wir wollen unsere Patientinnen und Patienten nicht nur auf dem neuesten Stand der Tumortherapien behandeln, sondern sie auch bei der Verarbeitung der Diagnose und der Krankheitsbewältigung nach besten Kräften begleiten und unterstützen“, unterstreicht Prof. Dr. Ralf Bargou, der Direktor des Comprehensive Cancer Centers (CCC) Mainfranken. In diesem Zusammenhang organisiert das von ihm geleitete Integrierte Krebsforschungs- und -behandlungszentrum am Samstag, den 10. Juni 2017, einen Krebs-Selbsthilfe-Tag.

Kooperationspartner ist die Würzburger Gruppe der Frauenselbsthilfe nach Krebs. „Durch die eigene Betroffenheit ist ein intensiver Austausch mit den Ärztinnen und Ärzten besonders wertvoll und für beide Seiten gewinnbringend. Es gilt, die Bedürfnisse und Gefühle ernst zu nehmen, damit die Seele nicht auf der Strecke bleibt“, sagt Beate Beyrich, die zusammen mit Brigitte Keller die Würzburger Gruppe leitet.

Die kostenlose Veranstaltung unter dem Titel „Alles, was der Seele gut tut“ richtet sich an Betroffene, Angehörige und sonstige Interessierte. Zwischen 9:00 und etwa 15:15 Uhr sind sie zu Vorträgen und (Mitmach-)Seminaren ans Zentrum für Innere Medizin des Uniklinikums Würzburg (UKW) an der Oberdürrbacher Straße eingeladen. Schirmherrin des Informationstags ist die bayerische Landtagspräsidentin Barbara Stamm.

Wieder Freude im Alltag finden
„Eine Krebsdiagnose wird oft als Schock erlebt. Betroffene beschreiben, dass von einem Moment auf den anderen Sicherheiten und Wertvorstellungen ins Wanken geraten“, beschreibt Dr. Elisabeth Jentschke.

Die erfahrene Psychoonkologin des UKW zeigt in einem Vortrag am Vormittag des Infotags auf, wie Krebskranke mit Hilfe von ressourcenorientierten Methoden im Alltag wieder Freude erfahren können. Außerdem bietet sie am Nachmittag einen Workshop an, dessen Teilnehmer/innen ausprobieren können, wie achtsamkeitsbasiertes Yoga hilft, Ängste, Depressionen und Erschöpfungssymptome bei Krebs zu minimieren.

Selbst aktiv werden, zum Beispiel mit Naturheilkunde
Häufig stellen sich Tumorpatientinnen und -patienten die Frage „Warum bin ich krank geworden?“. Hierauf können die behandelnden Mediziner/innen oft kaum eine zufriedenstellende Antwort geben. „Anstatt zurückzublicken, kann es in dieser Situation hilfreich sein, sich auf das ‚Hier und Jetzt‘ zu konzentrieren und wieder nach vorne zu schauen“, sagt Dr. Claudia Löffler. Die Spezialistin für komplementäre Onkologie und integrative Medizin am UKW will am Selbsthilfe-Tag in ihrem Vortrag Impulse für einen gesunden Lebensstil geben.

Ziel ist es, aus der Passivität nach der Krebsdiagnose zurück in einen selbstbestimmten Alltag zu finden. Dazu gehört auch das in ihrem Workshop vertiefte Thema „Naturheilkundliche Selbsthilfestrategien“.

Dr. Löffler: „Ein wichtiger Schritt bei der Bewältigung einer schweren Erkrankung ist es, selbst aktiv an der Therapie teilhaben zu können. Naturheilkundliche Selbsthilfestrategien können die Nebenwirkungen der Chemotherapie lindern und den Umgang mit dem Krebs erleichtern.“ Weitere Seminare widmen sich der Patientenverfügung und der „Kraft der Selbsthilfe“.

Auch für Angehörige: In Krisenzeiten hilfreich kommunizieren
Der Informationstag wendet sich jedoch nicht nur an die Kranken selbst, sondern auch an deren Umfeld. „Eine Krebserkrankung trifft nicht nur den Patienten, sondern auch alle anderen, die irgendwie mit ihm verbunden sind“, betont Prof. Dr. Ernst Engelke. Der Würzburger Psychologe führt in seinem Vortrag aus, was zu beachten ist, um sich in Krisenzeiten gegenseitig zu unterstützen.

Ergänzt wird der Krebs-Selbsthilfe-Tag durch eine mittägliche Improtheateraufführung des Ensembles „Der Kaktus“ – und als kleine Stärkung gibt es Soulfood von Reiser’s Genussmanufaktur.

Zur besseren Planung gerade der Imbisspause bitten die Veranstalter des Aktionstags um eine Anmeldung bis zum 8. Juni 2017 unter E-Mail: anmeldung_ccc@ukw.de oder Tel: 0931 / 201 35350.

Das vollständige Programm mit allen Details und Uhrzeiten findet sich im Internet unter www.ccc.uni-wuerzburg.de

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